Angehende Erzieher*innen der Fachschule für Sozialpädagogik besuchten zum Schwerpunkt „Kulturelle Bildung“ im Rahmen einer Projektwoche das Lehmbruck Museum in Duisburg. Sie erlebten, wie Kunstwerke vermittelt werden können, experimentierten mit Materialien und entwickelten eigene kreative Ansätze zur Kunstvermittlung

Die Vorbereitung auf die Projektwoche begann bereits zu Schuljahresbeginn im Unterricht. Theoretische Grundlagen der Kunstvermittlung wurden mit praktischen Übungen kombiniert, um die Studierenden gezielt auf das Museumserlebnis vorzubereiten.
Fragen wie „Was ist ein Museum?“, „Welche Aufgaben erfüllt es?“ und „Wie würde ein Museum gestaltet, in dem sich Besucher wohlfühlen?“ standen dabei im Fokus.
Ziel war es, Studierende dazu zu befähigen, Projekte zu planen, durchzuführen und zu reflektieren, die sie später in ihrer pädagogischen Praxis umsetzen können.
Ein Highlight der Vorbereitung war eine selbst gestaltete Mini-Ausstellung, bei der persönliche Gegenstände mitgebracht, deren Geschichte erzählt und anschließend kuratiert wurden. Zudem experimentierten die Teilnehmenden mit Gestaltungstechniken verschiedener Künstler*innen, um deren Stile besser zu verstehen.
Während der Projektwoche im Lehmbruck Museum standen dann praktische Erfahrungen im Mittelpunkt. Am ersten Tag, als das Museum für reguläre Besucher geschlossen war, konnte die Gruppe die Ausstellungsräume exklusiv nutzen.
Dieses außergewöhnliche Erlebnis hinterließ bleibenden Eindruck: „Man fühlt sich wie im Film ‚Nachts im Museum‘, wenn außer uns keine Besucher da sind und erwartet fast, die Skulpturen würden zum Leben erwachen.“
An den folgenden Tagen setzten sich die Studierenden intensiv mit den Kunstwerken auseinander. Das Interesse der Studierenden war groß, sodass jeder der Projekttage genutzt wurde, um sich mit den ausgestellten Werken auseinanderzusetzen. Sie stellten Fragen zur Kunst und zum Leben der Künstler*innen, experimentierten selbst mit Bewegungen, Formen und Materialien und entwickelten neue Zugänge zu den ausgestellten Skulpturen.
Praktische Beispiele verdeutlichen die kreativen Ansätze:
- Beim „Shape“-Experiment ertasteten Studierende mit geschlossenen Augen Skulpturen und reflektierten, welche Sinne sie dabei eingesetzt hatten
- Im „Storytelling“ erfanden sie Geschichten, um die Hintergründe und die Darstellung von Skulpturen zu ergründen
- Beim Museumsbingo oder einer poetischen Schnitzeljagd testeten sie spielerische Möglichkeiten der Kunstvermittlung
Neben den praktischen Übungen diskutierte die Gruppe Strategien, wie Museen für Kinder und Jugendliche einladender gestaltet werden können. Themen wie unbefangene Zugänge zu Kunst und die Bedeutung offener Lernprozesse wurden vertieft.
Am letzten Tag präsentierten die Studierenden ihre Vermittlungskonzepte, führten sie gemeinsam durch und reflektierten die Ergebnisse. Ihre Erfahrungen hielten sie in einer wachsenden Wandzeitung fest, die bedeutungsvolle Zitate, Fachbegriffe, Fotos und kreative Ideen dokumentierte.
Die Projektwoche förderte nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch persönliches Wachstum und Kreativität. Ein Fazit brachte das Erlebnis auf den Punkt:
„Ich wusste nicht, dass das möglich ist, aber wir haben das Museum ganzheitlich und mit allen Sinnen erlebt“, so eine der Studierenden.
Kontakt
Sebastian Lichtner



Patricia Breiten