Durch den Wunsch nach Mitbestimmung entwickelten die Fachschulklassen in der Oberstufe in Selbstverwaltung und klassischen Projektmanagment-Tools ihre eigene Projektwoche. Ihr Ziel, das Methodenrepertoire in der praktischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weiterzuentwickeln sowie die Kriterien der pädagogischen Projektarbeit umzusetzen, konnten sie in der wundervoll gestalteten Woche erfolgreich erreichen
Die Studierenden der PIA-Oberstufe stellen in ihren Einrichtungen zunehmend fest, wie wenig Kinder sich ihrer Rechte bewusst sind. Dies nahmen sie zum Anlass, daraus eine Projektwoche zum Thema „Kinderrechte“ zu entwickeln, die schwerpunktmäßig das Recht:
- Gesund zu leben, Geborgenheit zu finden und keine Not zu leiden
- auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung
- sich alle Informationen selbst zu beschaffen, die sie brauchen, und ihre eigene Meinung zu verbreiten
- im Krieg und auf der Flucht besonders geschützt zu werden
zu thematisieren und didaktisch-methodisch aufzubereiten.
Um sich optimal auf ihre eigene Projektarbeit in der anstehenden Praxisphase im neuen Jahr vorzubereiten, legten sie eigene Zielsetzungen und Kriterien fest, um optimale Lernbedingungen zu schaffen. So wurde jedes Recht an einem kompletten Projekttag von einer Kleingruppe methodenvielfältig vorbereitet und im Anschluss reflektiert. Insgesamt wurden so über 20 verschiedene Methoden erprobt, wie zum Beispiel das Kamishibai-Bilderbuchtheater zum Thema „Nein-Sagen“, verschiedenste Spielideen, kritische Analysen zu KI-generierten Fotos, Reflexionsmethoden oder auch kreative Übungen wie Rollenspiele, Collagen und Statements zur Beachtung der Kinderrechte mit einem roten Handabdruck. Dabei sichteten sie auch etablierte Programme der UNICEF sowie des Bundesministeriums und informierten sich über Konzepte und Projekte in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen, die sie vorstellten und kritisch prüften.

Frau Breiten
breiten@sophie-scholl-bk.eu
Auch klassische Lehrmethoden wie Vorträge, Expertenhearings, Recherchen und Fallanalysen wurden professionell von den Studierenden vorbereitet und durchgeführt, dabei erlebten sie sich durchgehend in der anleitenden und moderierenden Rolle. Sie arbeiteten professionell und respektvoll zusammen, unterstützten sich und gaben einander konstruktives Feedback im Hinblick auf professionelle Teamarbeit und die Umsetzung der Erzieher*innnen-Rolle.
Die Motivation war mitreißend: „Das ist so toll, die Zeit vergeht richtig schnell und man lernt so viel, vor allem, wie man es mit Kindern umsetzen kann“ war die spontane Äußerung einer Studierenden zum Ende des Projekts.
Der letzte Tag sollte zur konkreten Umsetzung in der Praxis genutzt werden. So nahmen sich die Studierenden in Kleingruppen vor, ein „best-off“ der erlebten Methoden auszuwählen und dies in pädagogischen Einrichtungen Kindern und Jugendlichen zu präsentieren bzw. es mit ihnen umzusetzen. Dabei wurde jede der 4 Gruppen von einer Lehrkraft begleitet, sodass auch hier ein intensives Coaching für die selbstständige Umsetzung der Projektarbeit gewährleistet wurde – eine optimale Vernetzung der beiden Lernorte Schule und Praxis.
„Die Projektwoche war also auf allen Ebenen ein voller Erfolg und die Studierenden können auf sich und ihre Leistungen auf fachlicher, methodischer, sozialer und persönlicher Ebene zurecht stolz sein“ resümiert Patricia Breiten (Fachbereichskoordinatorin) die das Projekt von Beginn an initiiert, begleitet und jedem Studierenden eine individuelle Rückmeldung über seine Ressourcen und Entwicklungsaufgaben im Rahmen der Projektwoche zuteilwerden ließ.
Ein Kritikpunkt wird jedoch bei der Evaluation deutlich: Niemand hat daran gedacht Fotos zu machen – eine grobe Nachlässigkeit im Hinblick auf die Projektdokumentation – das wird zukünftig sicherlich niemandem bei der eigenen Projektarbeit passieren.