Philipp Schlichtenbrede und Frau Ohlendorf besuchten die Auszubildenden der Praxisintegrierten Ausbildung (PIA) im zweiten Ausbildungsjahr am Sophie-Scholl-Berufskolleg. Im Experteninterview beantworteten sie Fragen zu ihrer Arbeit im EDD*1 und im Kinder- und Jugendhaus Beeck, gaben praxisnahe Einblicke in die Wohn- und Betreuungsangebote sowie in den abwechslungsreichen Berufsalltag pädagogischer Fachkräfte und gingen ausführlich auf alle Nachfragen ein.

Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Lebens- und Entwicklungsbedingungen von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Die beiden Gäste erläuterten, wie junge Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen – beispielsweise mit einer Autismusspektrumsstörung*2, Trisomie 21*3 oder weiteren komplexen Unterstützungsbedarfen – im Alltag begleitet und individuell gefördert werden.

Dabei wurde deutlich, dass pädagogische Fachkräfte nicht nur erziehen und betreuen, sondern die Kinder und Jugendlichen auch in ihrer persönlichen Entwicklung stärken und ihnen ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Neben den verschiedenen Wohnformen lernten die Auszubildenden auch die vielfältigen Aufgaben der Mitarbeitenden kennen. Dazu gehören unter anderem die Gestaltung eines verlässlichen Alltags, die Zusammenarbeit mit Familien, Schulen und Therapeutinnen sowie die Planung individueller Förderangebote. Die Gesprächspartner*innen machten deutlich, dass Teamarbeit, Empathie und Flexibilität wesentliche Voraussetzungen für die Tätigkeit in der stationären Kinder- und Jugendhilfe sind.

Besonders großes Interesse weckte die Frage, wie gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe für die betreuten Kinder und Jugendlichen ermöglicht wird. Freizeitangebote, Ausflüge, Ferienmaßnahmen und die Teilnahme am öffentlichen Leben sind wichtige Bestandteile der pädagogischen Arbeit. Dadurch entstehen Erfahrungen, die Selbstvertrauen fördern und soziale Beziehungen stärken.

Auch die Auszubildenden zeigten sich von den Einblicken beeindruckt. Eine PIA-Auszubildende fasste ihre Eindrücke zusammen:

Frau Breiten
Bereichskoordinatorin Erziehung
breiten@sophie-scholl-bk.eu

„Besonders deutlich wurde, wie wichtig es ist, Kindern und Jugendlichen nicht nur einen sicheren Lebensort zu bieten, sondern ihnen auch vielfältige Möglichkeiten zur gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe zu eröffnen.“

Eine weitere Auszubildende betonte:

„Der Besuch war sehr informativ und hat uns einen wertvollen Einblick in die vielfältigen Arbeitsfelder der stationären Kinder- und Jugendhilfe vermittelt.“

Das Experteninterview verdeutlichte, wie vielseitig und verantwortungsvoll die Arbeit in der stationären Kinder- und Jugendhilfe ist. Gleichzeitig bot der Austausch den angehenden Erzieher*innen wertvolle Impulse für ihre eigene berufliche Entwicklung und half dabei, theoretische Inhalte mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen. Ein herzlicher Dank gilt Philipp Schlichtenbrede und Frau Ohlendorf für ihre Offenheit und die anschaulichen Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Ebenso bedankt sich die Klasse bei ihrer Lehrerin Frau Kamps, die diese bereichernde Begegnung ermöglicht hat.

Gern kann man unter nachfolgendem Link mehr erfahren/ Kontakt aufnehmen:
https://edd.de/betreuen/unsere-einrichtungen/kinder-und-jugendhaus-beeck/
Philipp.Schlichtenbrede@edd.de

*1 Evangelische Dienste Duisburg
*2 Autismusspektrumsstörung: Eine neurologische Entwicklungsbesonderheit, die sich unter anderem auf Kommunikation, soziale Interaktion und Wahrnehmung auswirken kann.
*3 Trisomie 21 (Down-Syndrom): Eine genetische Besonderheit, bei der das 21. Chromosom dreifach statt zweifach vorhanden ist und die mit individuellen Entwicklungsmerkmalen verbunden sein kann.