Bei einer deutsch-französischen Begegnung mit Auszubildenden der französischen Schule IRTS Montrouge bei Paris gewannen angehende Freizeitsportleiter*innen und Erzieher*innen des Sophie-Scholl-Berufskollegs (SBK) Einblicke in das entsprechende Berufsfeld des Nachbarlandes. Durch gemeinsame Aktivitäten mit dem Schwerpunkt „Menschen mit Beeinträchtigung“ gelang ein spannender Austausch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Ausbildungen
Mitte Februar besuchten 16 Auszubildende der französischen Schule IRTS Montrouge für zwei Tage das SBK, um sich mit Schüler*innen der Bildungsgänge Freizeitsportleiter*in und Erzieher*in über ihre jeweilige Ausbildung auszutauschen und die entsprechenden Berufsfelder kennen zu lernen. Begleitet wurde die französische Gruppe von zwei Lehrkräften der Schule, zwei Mitarbeiterinnen der Organisation „Arbeit und Leben“ und einer weiteren Teamerin aus Frankreich.
Das IRTS liegt im Pariser Vorort Montrouge und bildet innerhalb von zwei Jahren spezialisierte Erzieher*innen aus, die sich auf eine Tätigkeit in den Arbeitsfeldern Menschen mit Behinderung, Kinder-/Jugendschutz und Wiedereingliederung vorbereiten und damit auf eine Arbeit mit Menschen mit Unterstützungsbedarf spezialisieren. Als Vertretung der Schulleitung eröffnete Herr Wrobel das Treffen und hob aus der Perspektive unseres Schwerpunktes „Europäische Bildung“ die Chancen eines internationalen Austausches hervor.
Jeweils einer der beiden Besuchstage war einem unserer beteiligten Bildungsgänge gewidmet, vertreten durch die Klassen FZ231 (Freizeitsportleiter*innen, Mittelstufe) und E231 (Erzieher*innen, Mittelstufe). Da nicht alle Teilnehmer*innen Französisch bzw. Deutsch sprachen, wurde die Sprachbarriere mit Hilfe von engagierten Dolmetscherinnen überwunden. Zusätzlich kamen im persönlichen Gespräch auch Google & Co. zum Einsatz und so gelang es schnell, auch mit Hilfe von angeleiteten Aktivitäten, sich zu verständigen und über das Schul- und Ausbildungssystem des jeweils anderen Landes auszutauschen.
Veranschaulicht wurde der Schwerpunkt der Begegnung durch gemeinsame Aktionen und Aufgaben, die den Fokus auf „besondere Bedürfnisse“ legten – sei es in diesem Fall die Sprachbarriere oder eine Einschränkung der Sicht, um die Teilnehmer*innen dafür zu sensibilisieren, sich auf die Bedürfnisse der einzelnen Zielpersonen einzustellen. So sollten die deutsch-französischen Schüler*innen-Teams in einer Übung mit ihren jeweiligen Partner*innen nur mithilfe von Gesten kommunizieren oder sie mit geschlossenen Augen durch einen Buchstabenparcours leiten, der zusätzlich mit Hindernissen verstellt war.
Eine Teilnehmerin der Klasse E231 berichtete: „Der Austausch hat mir einen interessanten Blick auf die Thematik ermöglicht. Hier in Deutschland wird viel mehr Wert auf Inklusion gelegt, während es in Frankreich spezielle Schulen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen gibt, wie zum Beispiel für Kinder mit Hör- oder Sehbeeinträchtigung oder auch Autismus.“
Mit der FZ231 gab es zum Abschluss noch ein binationales Völkerballmatch, bei dem sich herausstellte, dass die Spielregeln in Frankreich und Deutschland etwas unterschiedlich sind. So musste man sich aufeinander einstellen und einen Konsens finden.
Ein Teilnehmer der Klasse FZ231 fasste die Begegnung treffend zusammen: „Die sprachliche Verständigung war etwas schwierig, da die französische Gruppe kaum Englisch spricht, aber Sport verbindet.“
So nehmen alle Teilnehmer*innen neue Eindrücke und auch neue Kontakte aus der deutsch-französischen Begegnung mit – dass am Ende Handynummern ausgetauscht wurden, lässt auf weitere Kommunikation, auch außerhalb des schulischen Kontextes, hoffen.


