Im vergangenen Schuljahr unternahm die AG „Erinnerungskultur“ unserer Schule eine Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz. 25 Schüler/innen aus unterschiedlichen Bildungsgängen reisten mit den Lehrkräften Frau Beus, Herr Luse und Herrn Bendig nach Polen. Dort besuchten sie die Gedenkstätten Auschwitz I und Birkenau und setzten sich intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander.
Der Flugreise ging eine intensive Vorbereitung voraus. Die Schüler/innen beschäftigten sich bereits im Vorfeld mit der Geschichte des Nationalsozialismus, der Verfolgung und Ermordung europäischer Jüdinnen und Juden sowie mit der Bedeutung von Erinnerungskultur. Ein besonderer Bestandteil der Vorbereitung war ein Seminartag im Polnischen Institut Düsseldorf. Dort setzten sich die Teilnehmenden vertieft mit der Geschichte Polens und der deutschen Besatzung auseinander und bereiteten sich auf die bevorstehenden Besuche der Gedenkstätten vor.
Darüber hinaus führte die AG einen Stadtrundgang durch Duisburg zu verschiedenen Erinnerungsorten durch. Dabei wurde deutlich, dass die Geschichte des Nationalsozialismus und seiner Opfer nicht nur an weit entfernten historischen Orten, sondern auch direkt vor unserer eigenen Haustür Spuren hinterlassen hat.
Untergebracht war die Gruppe in einem Hotel in der Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz. Im Mittelpunkt der Fahrt standen die Besuche der Gedenkstätten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Am ersten Tag besichtigte die Gruppe das Stammlager Auschwitz I, am zweiten Tag das weitläufige Lagergelände von Auschwitz-Birkenau. Beide Besuche dauerten jeweils etwa drei Stunden und wurden durch fachkundige Führungen begleitet.
Die Auseinandersetzung mit den historischen Orten und den dort begangenen Verbrechen war für alle Beteiligten sehr eindrücklich und emotional belastend. Die unmittelbare Begegnung mit den erhaltenen Gebäuden, den persönlichen Gegenständen der Opfer und den Spuren der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik machte die Geschichte auf besondere Weise greifbar. Gleichzeitig bot die gemeinsame Fahrt Raum für Gespräche, Fragen und die Verarbeitung der eigenen Eindrücke.
Herr Bendig
bendig@sophie-scholl-bk.eu
Am letzten Tag führte die Reise mit dem Zug nach Krakau. Nach den emotional anstrengenden Besuchen der Gedenkstätten stand hier bewusst ein anderer Schwerpunkt im Mittelpunkt. Die Schüler/innen hatten Zeit, die Stadt zu erkunden, die historische Innenstadt kennenzulernen, gemeinsam Zeit zu verbringen und auch shoppen zu gehen. Der Tag bot Gelegenheit, die intensiven Eindrücke der vergangenen Tage in einer anderen Atmosphäre ausklingen zu lassen.
Die Gedenkstättenfahrt war ein wichtiger Bestandteil der Arbeit unserer AG „Erinnerungskultur“. Sie hat den Schüler/innen nicht nur historische Kenntnisse vermittelt, sondern auch die Bedeutung von Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage erfahrbar gemacht.
Auch in diesem Schuljahr soll die Arbeit fortgesetzt werden: Eine neue AG „Erinnerungskultur“ ist bereits wieder geplant. Schüler/innen verschiedener Bildungsgänge werden erneut die Möglichkeit haben, sich mit Geschichte, Erinnerungskultur und der Bedeutung historischer Ereignisse für unsere Gegenwart auseinanderzusetzen. Perspektivisch sind eine erneute Gedenkstättenfahrt und weitere Projekte zum Thema Nationalsozialismus im Rahmen der AG bereits in Vorplanung.
Erinnern bedeutet, Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.


