Ausbildungswege NRW ist ein Programm des Landes Nordrhein-Westfalen, das Jugendliche beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf durch individuelle Beratung und gezielte Unterstützung begleitet.
Übergangslotsin: Jemand, der an dich glaubt
Warum Begleitung den Unterschied macht? Seit drei Jahren begleite ich Schülerinnen und Schüler am Sophie-Scholl-Berufskolleg auf ihrem Weg in die Berufswelt. Dabei habe ich gelernt, dass Erfolg selten dem Zufall überlassen werden kann.
Er entsteht durch Orientierung, Vertrauen und Menschen, die an junge Menschen glauben. Genau das leistet die Übergangslotsin jeden Tag: Sie hilft dabei, aus Zukunftsplänen konkrete Chancen und erfolgreiche Ausbildungswege zu machen.
Erfolgreiche Anschlussplanung 2025 und 2026 an unserer Schule
Die Ergebnisse für 2025 und 2026 zeigen: Erfolgreiche Berufsorientierung bedeutet weit mehr als die Vermittlung von Informationen über Berufe. Entscheidend ist eine kontinuierliche Unterstützung der Jugendlichen auf ihrem Weg von der Schule in Ausbildung oder weiterführende Bildungsangebote.
Besonders bemerkenswert ist, dass sich 128 Schülerinnen und Schüler freiwillig für die Unterstützung durch die Übergangslotsen angemeldet haben. Ziel war es, gemeinsam eine passende Ausbildungs- oder Anschlussperspektive zu entwickeln.
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Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 74 Jugendliche starten in eine Ausbildung, 14 sind bereits anderweitig versorgt und 34 setzen ihren Weg am SBK fort. Nur 6 Schülerinnen und Schüler benötigen aktuell noch weitere Unterstützung bei der Suche nach einer passenden Perspektive.
Die Zahlen verdeutlichen, welchen Unterschied eine persönliche Begleitung und individuelle Förderung für den erfolgreichen Übergang in das Berufsleben machen können.
Die Ausgangslage: Große Unsicherheiten bei vielen Jugendlichen
Die Erfahrungen als Übergangslotsin zeigen, dass viele Schülerinnen und Schüler zunächst nur geringe Kenntnisse über Ausbildungsberufe besitzen. Häufig fehlen konkrete Vorstellungen über berufliche Möglichkeiten, Ausbildungsinhalte oder Bewerbungsprozesse.
Besonders auffällig ist, dass viele Jugendliche kaum Erfahrung im Erstellen von Bewerbungen und Lebensläufen haben. Selbst grundlegende digitale Kompetenzen, wie das Versenden einer Bewerbung per E-Mail, waren bei einem Großteil der Schülerinnen und Schüler zunächst nicht vorhanden.
Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass junge Menschen nicht nur Informationen benötigen, sondern vor allem praktische Unterstützung und persönliche Begleitung.

Herr Kober
Abteilungsleiter für Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Schulkultur
kober@sophie-scholl-bk.eu

Frau Kola
Projektleitung – Übergangslotsin
kola@handwerk-duisburg.de
Die Rolle der Übergangslotsin
Die Arbeit der Übergangslotsin beginnt bereits lange vor dem Schulabschluss. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern Orientierung zu geben, ihre Selbstständigkeit zu fördern und sie Schritt für Schritt auf den Übergang in die Berufswelt vorzubereiten Dazu gehören unter anderem:
- Berufsorientierung durch Informationsveranstaltungen und interaktive Lernangebote
- Unterstützung bei der Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche
- Hilfe beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen
- Organisation von Bewerbungsfotos
- Vermittlung von Kontakten zu Betrieben und Ausbildungsunternehmen
- Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche
- Förderung digitaler Kompetenzen für Bewerbungsprozesse
- Begleitung bei organisatorischen Fragen rund um die Ausbildung
Ein besonderer Fokus liegt darauf, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, möglichst selbstständig zu handeln. Sie lernen, Informationen über Berufe zu recherchieren, Stellenanzeigen zu verstehen, Betriebe zu kontaktieren und Bewerbungen eigenständig zu versenden.
Unterstützung endet nicht mit dem Ausbildungsvertrag
Ein wesentlicher Unterschied zur klassischen Berufsorientierung besteht darin, dass meine Unterstützung als Übergangslotsin nach Vertragsabschluss nicht endet. Gerade die ersten Monate einer Ausbildung sind häufig mit Unsicherheiten verbunden. Daher begleite ich viele Jugendliche auch nach Ausbildungsbeginn weiter. Ich unterstützte bei Behördenangelegenheiten, helfen bei notwendigen Unterlagen und stehen als Ansprechpartner bei Problemen zur Verfügung. Daher eine meiner Erkenntnisse: ‚Regelmäßige Nachfragen helfen dabei, Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden‘. Die Erfahrungen zeigen, dass diese kontinuierliche Begleitung entscheidend für den Ausbildungserfolg sein kann.
Was den größten Unterschied macht
Besonders deutlich wurde in den letzten Jahren, dass nicht allein die fachlichen Leistungen über den Erfolg einer Ausbildung entscheiden. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist vielmehr das Vorhandensein verlässlicher Ansprechpartner. Die Ergebnisse der Nachbetreuung ehemaliger Schülerinnen und Schüler zeigen, dass Jugendliche ihre Ausbildung deutlich erfolgreicher absolvieren, wenn sie sowohl durch die Übergangslotsen als auch durch engagierte Ausbilderinnen und Ausbilder im Betrieb begleitet werden.
Selbst bei Schwierigkeiten bleiben viele Auszubildende motiviert und halten an ihrem Weg fest, wenn sie Unterstützung erhalten. Die zentrale Erkenntnis lautet daher: Nicht Programme allein führen zum Erfolg, sondern Menschen, die Jugendliche begleiten, ermutigen und ihnen Sicherheit geben.
Übergangslotsen schließen genau die Lücke zwischen Schule, Ausbildung und Berufswelt.
Fazit
Die Anschlusszahlen des Schuljahres 2025/2026 sind nicht nur ein statistischer Erfolg. Sie stehen für zahlreiche individuelle Geschichten von Jugendlichen, die durch intensive Begleitung ihren persönlichen Weg gefunden haben.
Die Arbeit der Übergangslotsen trägt maßgeblich dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler den Übergang von der Schule in die Ausbildung erfolgreich bewältigen. Sie geben Orientierung, vermitteln Sicherheit und bleiben auch dann Ansprechpartner, wenn Herausforderungen auftreten.
Gerade in einer Zeit, in der viele Unterstützungssysteme existieren, aber häufig nicht rechtzeitig bei den Jugendlichen ankommen, zeigt sich: Eine kontinuierliche persönliche Begleitung kann der entscheidende Erfolgsfaktor sein.