Zwei Klassen der Fachschule für Sozialpädagogik brachten mit dem Stück S(ch)ichtwechsel ein besonderes Theaterprojekt auf die Bühne. Entwickelt und inszeniert wurde das Stück von einer Schülerin, die sowohl das Drehbuch schrieb als auch die Regie übernahm. Die Aufführung fand in der Schulaula statt und richtete sich an Schüler/innen der verschiedenen Ausbildungsgänge
Der Start des Projekts lag zunächst im Unterricht: Bevor die praktische Theaterarbeit begann, setzten sich die Lernenden mit dramatologischen Grundlagen auseinander. Anhand von Texten und Inszenierungen von Bertolt Brecht und Arthur Schnitzler wurden zentrale Aspekte des Theaters – etwa Rollenverständnis, Verfremdungseffekt und die gesellschaftliche Funktion von Bühnenkunst – erarbeitet. Dieses theoretische Fundament bildete die Grundlage für die spätere Stückentwicklung.
Das selbst entwickelte Stück S(ch)ichtwechsel erzählt die Geschichte von Jonas, der als neuer Erzieher in einer Wohngruppe zu arbeiten beginnt. Im Verlauf des Geschehens verschwimmen jedoch zunehmend die Grenzen zwischen Realität und Wahrnehmung: Jonas erkennt schließlich, dass er selbst Teil der Einrichtung ist. Als ehemaliger Bewohner versucht er, durch eine neue Rolle wieder Halt zu finden. Mit dieser Idee beleuchten die Beteiligten Fragen nach Identität, Empathie und professioneller Nähe im erzieherischen Alltag.
Für einen Vormittag erhielt die Gruppe Unterstützung durch eine Theaterpädagogin des Theaters Duisburg. Sie gab wertvolle Impulse zu Körpersprache, Präsenz und Ausdruck, die die Teilnehmenden in den weiteren Proben umsetzten. Die gemeinsame Arbeit zweier Berufsschulklassen, die den Erzieher/innenberuf auf unterschiedliche Weise erlernen, brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen und machte deutlich, wie vielfältig theaterpädagogische Ansätze in der Erzieher*innen Ausbildung genutzt werden können.
Die Aufführung in der Aula fand großen Anklang. Besonders das offene Ende des Stücks regte zum Denken an: Kann jemand gleichzeitig Hilfe geben und selbst Hilfe benötigen? S(ch)ichtwechsel zeigte, dass pädagogische Themen durch Theater nicht nur darstellbar, sondern auch emotional erfahrbar werden.
Beitrag von: Celine Borgmann (S24p)
