Es gibt Tage in der Schule, die sich von allen anderen unterscheiden – Tage, an denen nicht der Unterricht im Mittelpunkt steht, sondern gemeinsame Erlebnisse. Genauso ein Tag war dieser Freitag, der 27.03.26., an dem wir als Klasse (KI251) zusammen mit zwei weiteren Klassen (KI252 und E251) zu unserer Aufführung anlässlich der Internationalen Antirassismus-Wochen* am Internationalen Zentrum* gefahren sind.

„Schon bei der Anreise mit mehreren Lehrkräften per Straßenbahn war die Stimmung locker. Man hat gemerkt, dass es kein normaler Schultag wird, sondern etwas Besonderes.

Als wir ankamen, war bereits alles vorbereitet. Vor uns stand eine Bühne und ein paar weitere Schüler/innen der anderen Klassen waren schon da. Wir haben uns schließlich alle zusammen vor der Bühne aufgestellt, in einer Art großem Halbkreis, so dass jeder gut sehen konnte. Links von uns stand ein Kinderchor, der ebenfalls Teil des Programms war. Insgesamt wirkte alles gut organisiert, aber gleichzeitig auch lebendig und ein bisschen aufregend.

Zu Beginn traten die Veranstalter nach vorne und erklärten den Ablauf. Sie sagten, wer wann auftreten würde und was uns erwartet. Dadurch bekam man einen guten Überblick und gleichzeitig stieg die Spannung auf das, was gleich passieren würde.

Der erste Auftritt kam dann vom Kinderchor. Die Kinder gingen nach vorne und begannen zu singen. Man hat sofort gemerkt, wie viel Mühe sie sich gegeben haben. Nach ihrem Auftritt gab es viel Applaus und es wurde sogar nach einer Zugabe gefragt. Die Stimmung war dabei ziemlich ausgelassen – es wurde laut geklatscht und angefeuert.

Nach diesem Einstieg waren wir an der Reihe. Gemeinsam mit den anderen Klassen sind wir nach vorne vor die Bühne gegangen. Dort haben wir zuerst das von unserem Musiklehrer Dr. Keidel selbst komponierte Antirassismuslied „Würdest du“ gesungen, das wir vorher einstudiert hatten. Zu diesem Lied hatten wir sogar ein Musikvideo gedreht, was den Auftritt nochmal besonderer gemacht hat. Danach haben wir noch „Sing wie der Wind“ gesungen. Man hat gemerkt, dass alle konzentriert dabei waren, aber gleichzeitig auch Spaß hatten.

Nachdem wir fertig waren, sind wir wieder zurück an unseren Platz gegangen. Direkt danach ging das Programm weiter – diesmal mit Tanz. Schülerinnen und Schüler aus dem Kulturverein TKM* kamen nach vorne und zeigten verschiedene Choreografien. Besonders beeindruckend war, wie unterschiedlich die Tänze waren. Jeder hatte seinen eigenen Stil, seine eigene Art, sich zur Musik zu bewegen. Es war auch erstaunlich zu sehen, wie jung manche Tänzerinnen waren. Ein paar waren noch sehr klein, aber trotzdem unglaublich sicher und ausdrucksstark auf der Fläche. Das hat viele von uns echt beeindruckt.

Im Laufe der Zeit gingen immer mehr Leute nach Hause, aber es blieben noch ein paar von uns, um die Vorstellung noch weiter zu genießen. Dadurch wurde die Stimmung nochmal entspannter. Man hatte mehr Zeit, alles auf sich wirken zu lassen, zu reden und auch einfach zu lachen. Ein besonders lustiger Moment entstand, als zwei aus unserer Klasse spontan ein Tanzduell gemacht haben. Dabei wurde schnell klar, dass eine Person deutlich mehr Tanzerfahrung hatte als die andere. Trotzdem war genau das das Lustige daran, weil es nicht darum ging, perfekt zu sein, sondern einfach Spaß zu haben. Alle, die noch da waren, haben zugeschaut, gelacht und gejubelt.

Am Ende haben wir auch noch mit den Veranstaltern geredet. Die Gespräche waren locker und freundlich, und man hatte das Gefühl, dass dieser Tag nicht nur eine Aufführung war, sondern auch eine Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen und einfach eine gute Zeit zu haben. Rückblickend war dieser Tag etwas ganz anderes als ein normaler Schultag. Es ging nicht um Unterricht oder Noten, sondern um Musik, Bewegung und Gemeinschaft. Genau solche Tage sind es, die man nicht so schnell vergisst, weil sie zeigen, dass Schule auch mehr sein kann als nur Lernen.“

Angelina Kambergs, KI252

Ilona Russius
Politische Schulkulturarbeit

russius@sophie-scholl-bk.eu

Dr. Matthias Keidel
Politische Schulkulturarbeit

keidel@sophie-scholl-bk.eu

Auch aus Lehrersicht war die Teilnahme am Aktionstag als Partnerschule des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern ein besonderes Vergnügen. In der Tat sind solche Momente des Einklangs für eine gemeinsame Sache im Schulalltag viel zu selten. Umso schöner war es zu sehen, wie die Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassen miteinander einen Chor gebildet und zusammen ihre Botschaft gegen Hass und Ausgrenzung leidenschaftlich gesungen haben. Noch viel schöner war darüber hinaus zu sehen, wie sehr die angehenden Kinderpfleger/innen und Erzieher/innen dem Kinderchor applaudierten und mit den jungen Tänzerinnen mitfieberten und das, obwohl der „Pflichtteil“ am letzten Schultag vor den Osterferien längst erledigt war. Engagement ist eben auch eine Frage der Haltung.

Im Vorfeld hatten sich an der Schule schnell Unterstützer gefunden, die einen sichtbaren Beitrag gegen Rassismus leisten wollten. Den bereits beschriebenen musikalischen Beitrag „Würdest du“ hat Dr. Matthias Keidel eigens für diesen Anlass komponiert und getextet und diesen mit Schülerinnen und Schülern beider Kinderpfleger/innen-Unterstufen und der Erzieher/innen-Unterstufe mehrfach überarbeitet, geschliffen und einstudiert und schließlich eingesungen. Die Grundidee des Textes liegt darin, einmal Fragen zu stellen, anstatt mit Appellen zu arbeiten, die oft verhallen, oder Selbstansprüche zu formulieren, die sich vielleicht nicht einlösen lassen. So konnten die beteiligten Klassen es als ihr Statement begreifen und annehmen. Die KI 252 hat die Initiative ergriffen, ein eigenes Musikvideo zu dem Song zu drehen und zu schneiden, was bereits in zahlreichen Klassen gesehen und im Unterricht diskutiert wurde. Unterstützt wurden die Musiker/innen von unserem Kollegen, Herrn Loreth, der nicht nur tatkräftig bei Transport und Aufbau des Equipments anpackte, sondern instrumental auf der Gitarre unterstützte und sangesfreudig miteinstimmte.

Den zweiten Kreativbeitrag des Sophie-Scholl-Berufskollegs hat Herr Kurrek zusammen mit der Erzieher/innen-Mittelstufe eingebracht. Im Rahmen einer gemeinsamen Schirmaktion zum Schutze der Menschenwürde hat die Klasse einen Schirm gestaltet, konnte jedoch wegen ihres Praktikums am Aktionstag ihr Werk leider nicht präsentieren, fotogen mit zum Auftritt gereist ist der Schirm aber trotzdem.

*Die internationalen Wochen gegen Rassismus sind Aktionswochen, die jährlich um den 21. März, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, stattfinden. Die Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus plant und koordiniert seit 2016 die jährlichen UN-Wochen gegen Rassismus und setzt sich für die Überwindung rassistischer und antisemitischer Diskriminierung sowie gegen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ein. Das diesjährige Motto war „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“. Im Rahmen der Antirassismus-Wochen finden zahlreiche Veranstaltungen zur Solidarisierung mit Betroffenen und Opfern von Rassismus statt, an denen sich auch das Netzwerk „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ beteiligt.

*Schule ohne Rassismus ist ein Netzwerk von rund 5000 Schulen, die sich für die Gleichwertigkeit aller Menschen und gegen jede Form von Diskriminierung einsetzen.