Deutschunterricht einmal anders…als angehende Erzieher*innen ist es wichtig sich mit der Gesellschaft auseinanderzusetzen, der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen. Aus dem Grund beschäftigen wir uns auch mit der literarischen Vielfalt. Wir stellen uns die Fragen: Was lesen Kinder und Jugendliche heute? Lesen sie überhaupt? Welche Rollenbilder werden vermittelt? Welche Themen sind dominant? Was hat Literatur mit mir zu tun? Mit dem Erwachsen werden? Nach der Sichtung vieler Werke haben wir festgestellt, dass Literatur ihre jeweilige Gegenwart und damit die Themen der heterogenen Leserschaft abbildet.

Nach der Recherche haben wir uns als Konsumenten von Literatur hinterfragt und unsere Schwerpunkte gebündelt: Da wir in einer heterogenen Gesellschaft leben, haben sich in unserer Klasse viele Schwerpunkte herauskristallisiert: Fantasy, Krimis, Beziehung, Ratgeber, Freundschaft, Sinn des Lebens, Entwicklung, politische Themen. Wir haben Bücher gelesen, analysiert und auch hinterfragt, welche Gründe Nicht-Leser*innen anbringen. Während der Analyse der ausgewählten Werke ist die Idee entstanden, das Thema Selbst- und Fremdwahrnehmung – kooperative Selbstdarstellung – aufzugreifen und zu integrieren, denn Literatur im Spiegel der heterogenen Gesellschaft bedeutet für uns, dass Literatur Selbst- und Fremdwahrnehmung schult: Wie wirkt der Protagonist auf die Leser*innen? Wie hätte ich in der Situation reagiert? Wie empfinden die anderen Figuren im Roman das Handeln?

Kurz um haben wir uns entschieden das Projekt auszubauen und die IFK (internationale Förderklasse) einzubeziehen. Bei der Darstellung der Portraits haben wir uns für die Umdrucktechnik entschieden, denn hierbei sind wir alle darauf angewiesen zu kooperieren. Wir bereiten uns damit auf unser zeitnahes Praktikum im Jugendbereich vor, zeitgleich bauen beide Gruppen Vorurteile ab und lernen Jugendliche mit unterschiedlichsten Biografien kennen. Es ist eine spannende Erfahrung gewesen wie einige Zitate aussagen:

  • Außerdem war es interessant im Gespräch herauszufinden, wie sie die Schule und das Leben in Deutschland finden. (Aleyna)
  • Ich habe bisher noch nicht mit Jugendlichen gearbeitet und mit zugewanderten Menschen konnte ich bisher nur wenige Erfahrungen sammeln. Mich hat überrascht wie viel Freude und Engagement die Schüler*innen mitgebracht haben und ich bin sehr stolz auf die beim Projekt entstandenen Bilder. (Meja)
  • Das Projekt hat mir und dem Schüler, mit dem ich arbeiten durfte, viel gebracht und stellte eine willkommene Abwechslung zum Unterricht dar. (Simon)

Gewaltfreie Kommunikation – eine Sprache des Herzens

Wer kennt das nicht? Gerade war noch alle in Ordnung, dann ein Blick, ein Wort, ein Satz und eine Beziehung gerät ins Wanken. Dabei ist es gleich, ob es die Liebsten sind, das Kind, der Freund oder der Kollege. Alle ist auf einmal anders als vorher.

Diese alltägliche Situation kann vermieden werden – wirklich. Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg schafft Verbindung mit Menschen. Dabei geht es darum sich aufrichtig mitzuteilen und einander aktiv zuzuhören.

Wir hinterfragen im Seminar was Kommunikation für uns bedeutet, wie wir streiten und nehmen wahr, dass ein Mensch aus mehr besteht als aus der Fassade, die jeder von uns preisgibt. Bedürfnisse und Gefühle? Beide Begriffe sind ein großes Thema und wir sprechen darüber, über ihre Bedeutung, darüber welche Bedürfnisse wir haben und wie wir sie kommunizieren. Achtsamkeit mit sich und anderen schafft Brücken und Vertrauen und Kritik bedeutet Ehrlichkeit und sich öffnen, was uns verletzlich machen kann. Lehrreiche Stunden verbringen wir im GFK-Seminar mit Frau Ulpke – mit praktischen Übungen, theoretischem Input, Hinterfragen des eigenen Handels und der Herausforderung gewaltfrei zu kommunizieren verbringen wir Stunden, die uns bereichern.

Svenja Ulpke